Häufig gestellte Fragen, und unsere Antworten

Was ist Photovoltaik?

Der Wortstamm kommt aus dem Griechischen: Photos = Licht / Volt = Maßeinheit für elektrische Spannung.
Hiermit wird die Umwandlung von Tages- bzw. Sonnenlicht in elektrischen Strom beschrieben.



Woraus besteht eine Photovoltaikanlage und wie funktioniert sie?

Sie besteht aus drei Bausteinen, die folgende Aufgaben erfüllen:

  • Solargenerator (das, was auf dem Dach sichtbar ist, bestehend aus mehreren Einzelmodulen): wandelt Tageslicht in Gleichstrom
  • Wechselrichter: wandelt den Gleichstrom in den üblichen Wechselstrom (230Volt)
  • Zähler: zählt den in das öffentliche Stromnetz eingespeisten Strom (Regelfall)

    Ein Modul ist aus vielen einzelnen Solarzellen aufgebaut, die aus gezielt verunreinigten und damit unterschiedlich leitenden dünnen Siliziumplatten bestehen. Durch die Verbindung von positiv und negativ leitenden Siliziumscheiben entsteht bei Lichteinfall Strom.

    Silizium wird für die Computerchip-Industrie in hochreiner Form hergestellt und hat deshalb einen relativ hohen Preis. Werke, die Silizium in der für die Photovoltaik benötigten verunreinigten Form herstellen, sind im Aufbau und werden voraussichtlich mittelfristig zu fallenden Preisen führen.

    Gleichzeitig wird an verschiedenen Technologien geforscht:

  • Polykristalline Module: Derzeit am häufigsten eingesetzte Module mit einem Wirkungsgrad bis zu ca. 14 %.
  • Monokristalline Module: Höherer Wirkungsgrad bis zu ca. 17 %, dafür aber in der Anschaffung teurer. Finden Einsatz bei beschränkten Dachflächen.
  • Dünnschichtmodule: Aufgrund des geringeren Materialeinsatzes Kosteneinsparung, die aber durch noch hohen Fertigungsaufwand leider häufig überkompensiert wird.


Wie viel leistet eine Photovoltaikanlage?

Je nach Beschaffenheit des Daches können auf „normalen“ Ein- und Zweifamilienhäusern Anlagen mit einer Leistung bis zu 7 kWp (Kilowatt Peak, d. h. bei voller Leistung werden pro Stunde 7 kWh [Kilowattstunden] Strom erzeugt) installiert werden.
Hierbei sollten aus Wirtschaftlichkeitsgründen 2,5 kWp nicht unterschritten werden, die meisten Anlagen bewegen sich in der Größenordnung um 5 kWp.

In regionaler Abhängigkeit von der Sonnenscheindauer werden in Deutschland im langjährigen Durchschnitt zwischen 750 und 950 kWh Strom pro kWp erzeugt. In unserer Region liegt der Wert bei 800 bis 850 kWh pro kWp.
Eine Anlage mit 4 kWp kann also den Durchschnittsverbrauch eines 4-Personen-Haushalts von 3.600 kWh pro Jahr abdecken. Dafür werden pro kWp ca. 8 bis 10 m² Dachfläche benötigt.

Das Dach sollte eine Ausrichtung zwischen Süd-Ost und Süd-West sowie eine Neigung von 10 bis 60 Grad haben. In diesem Bereich beträgt der Verlust gegenüber der optimalen Ausrichtung bis zu 15 %. Zu beachten sind Beschattungen durch Gauben, Schornsteine, Satellitenschüsseln, Bäume etc.
Detaillierte Auskunft kann nur ein Fachmann nach vorheriger Besichtigung geben.

Photovoltaikanlagen haben eine positive Energiebilanz. Das bedeutet, dass sie mehr Strom erzeugen als für ihre Herstellung (inkl. Zubehör) benötigt wird. Alle anderen, vereinzelt noch gehörten Aussagen sind schlichtweg falsch.
Je nach Anlage wird bereits nach 3 bis 5 Jahren der Zeitpunkt erreicht, an dem die erzeugte Energie voll der Umwelt zugute kommt.

In den ersten 20 Jahren erzeugt ein 5 kWp-Anlage soviel Strom, der einer Einsparung von rund 60 Tonnen des Treibhausgases CO2 gleich kommt. Das wiederum entspricht der Menge CO2, die ein durchschnittlicher Neuwagen verursacht, wenn er 330.000 km zurück legt (mehr als 8 Erdumrundungen.
60 Tonnen CO2 entspricht einem Rauminhalt von 30.000 m³, so viel, wie in 40 normale Ein-Familien-Häuser oder in 5 Heißluftballons passt.



Was ist bei der Installation zu beachten?

Grundsätzlich ist jedes Dach für die Installation einer Photovoltaikanlage geeignet, ohne das Umbau- oder Verstärkungsmaßnahmen oder gar eine Baugenehmigung erforderlich sind.

Einzelheiten sind aber in jedem Falle mit einem Fachmann vor Ort zu besprechen. Das Dach wird dabei nicht beschädigt.
Bei Schrägdächern werden Befestigungshaken, die den Unterbau tragen, zwischen den Dachpfannen hindurch an den Dachsparren angebracht. So ist auch ein Abbau ohne Beschädigungen und äußerlich erkennbaren Veränderungen möglich.

Die Befestigungshaken sollten aus Edelstahl, der Unterbau aus Gewichtsgründen aus Aluminium gefertigt sein. Auf Flachdächer werden Halterungen gestellt, die nur mit Gewichten fixiert werden. Die Dachauflage wird nicht durchbohrt, die Verletzungsgefahr ist sehr gering.

Der Aufbau erfolgt in der Regel innerhalb von 2 bis 3 Tagen.



Welche Vorteile hat eine Photovoltaik-Anlage?

Hauptargument für die Installation einer Photovoltaikanlage auf allen geeigneten Dächern ist der aktive Beitrag zum Umweltschutz.

Daneben bietet eine Photovoltaikanlage aber eine Menge weiterer Vorteile:

  • Es ist kaum zu glauben, aber mit einer Photovoltaikanlage kann Jedermann ohne großes Risiko Geld verdienen.
  • Die örtlichen Energieversorger sind durch das Gesetz für den Vorrang von erneuerbaren Energien (kurz EEG) vom 01.04.2000 dazu verpflichtet, den Strom abzunehmen. Und das zu einem bereits jetzt festgelegten Preis, der auf 20 Jahre plus das Jahr des Beginns der Einspeisung garantiert wird. Hierzu ist nicht einmal ein Vertrag erforderlich. Dieser Preis beträgt zzt. 0,4921 EUR (Stand 2007) für jede innerhalb dieser 20 Jahre in das Netz eingespeiste Kilowattstunde. Sofern der Anschluss an das Netz erst nach 2007 erfolgt, ermäßigt sich die Einspeisevergütung um rd. 5 % (weil der Gesetzgeber von fallenden Kosten für Photovoltaikanlagen ausgeht).
  • Die Lebensdauer einer heutigen Anlage beträgt mehr als 30 Jahre. Alle namentlichen Hersteller von Modulen geben eine Leistungsgarantie von 20 bis 25 Jahren für einen Leistungsabfall, der maximal 20 % beträgt. Hiermit wird dem natürlichen Alterungsprozess Rechnung getragen.
  • Auf die Wechselrichter werden Garantien bis zu 10 Jahren gegeben. Nach ca. 15 Jahren ist ein Austausch erforderlich, da die Kondensatoren austrocknen. Damit sind aber schon alle Wartungsarbeiten erledigt. Lediglich ein gelegentlicher Blick auf den Wechselrichter ist erforderlich, der Störungen anzeigt, sowie ein eventuelles Entfernen von Verschmutzungen der Module (in aller Regel reicht die natürliche Reinigung durch Regen). Ansonsten ist eine Photovoltaikanlage wartungsfrei.
  • Günstige Finanzierungen werden teilweise von der KfW-Bank angeboten. Die aktuellen Konditionen können über das Internet oder direkt bei Ihrer Hausbank angefragt werden.
  • Unter Berücksichtigung der vorstehenden Garantien kann auch bei einer vollständigen Kreditfinanzierung eine interessante Rendite erreicht werden. Es gibt tatsächlich kreditfinanzierte Modelle, die während einer Laufzeit von 20 Jahren jährlich Gewinne erwirtschaften. (Jährliche Schwankungen in der Sonnenscheindauer bleiben hierbei jedoch unberücksichtigt.)
  • Die Betreiber von Photovoltaikanlagen werden als Gewerbetreibende eingestuft. Die meisten Gemeinden und Finanzämter verzichten wegen der Geringfügigkeit des Gewerbes jedoch auf eine gesonderte Gewerbeanmeldung. Trotzdem kann die Mehrwertsteuer für die Anlage und für alle damit im Zusammenhang stehenden Kosten in voller Höhe vom Finanzamt zurück gefordert werden. Im Gegenzug ist dem örtlichen Energieversorger für den eingespeisten Strom ebenfalls MWST in Rechnung zu stellen, die an das Finanzamt abgeführt werden muss. (Dieser zuletzt genannte Vorgang ist für den Anlagenbetreiber ein reines „Nullsummenspiel“. Die Erstattung der MWST für die Anschaffung bleibt!)
  • Anlagenbetreiber haben das gute Gewissen, etwas Positives für die Umwelt und somit für die Allgemeinheit und die nachfolgenden Generationen getan zu haben, und nebenbei auch für ihren Geldbeutel.

Manche Ewiggestrige und Besserwisser versuchen zwar, ihnen ein schlechtes Gewissen einzureden, da die Allgemeinheit über höhere Strompreise die Kosten trägt.

Dem ist Folgendes entgegenzuhalten:

  • Der ehemalige Präsident der Weltbank hat eine Untersuchung veröffentlicht, wonach die Beseitigung der Folgen des Klimawandels global betrachtet mehr als des Vierfache dessen kostet, was ein sofortiges Gegenwirken kosten würde.

Hierzu leistet die Nutzung und Verbreitung der Photovoltaik einen entscheidenden Beitrag.
  • Die Vergütung des eingespeisten Stroms ist auf 20 Jahre festgeschrieben. Jeder kann sich selbst ausmalen, wann die allgemeine Preisentwicklung im Energiesektor diesen Preis eingeholt hat.
  • Mit jeder neuen Anlage wird Deutschland ein klein wenig unabhängiger von Energieimporten. Die Folgen der Erdölverteuerung und -verknappung treffen uns nicht mehr ganz so hart. Ebenso werden wir unabhängiger von russischen Gaslieferungen (wenn der Gashahn mal wieder zugedreht wird).
  • Fossile Brennstoffe sind endlich.
  • Schon heute gibt es in etwa doppelt so viele Beschäftigte in Deutschland im Bereich der regenerativen Energiegewinnung wie in der Energiegewinnung aus Kohle. So können sie wichtige Überzeugungsarbeit leisten und hoffentlich neue Freunde für die Solarenergie gewinnen.
  • Ein positiver Nebeneffekt in heißen Sommern ist eine deutlich verringerte Aufheizung in Räumen unterhalb der Dachschräge. So kann auch ohne Klimaanlage die Wohnqualität erheblich gesteigert werden.


Was gibt es noch zu beachten?

  • Beim Kauf einer Photovoltaikanlage sollte unbedingt ein Fachmann hinzu gezogen werden.
  • Module mit Zertifizierung bieten die höchste Sicherheit.
  • Der Abschuss einer separaten „Allgefahren-Versicherung“ ist empfehlenswert. Hierfür sind ca. EUR 20 pro Jahr und kWp zu kalkulieren.
  • Für „besondere“ Anlagen gelten teilweise andere Bestimmungen oder Einspeisevergütungen (z. B. für gewerbliche, Fassaden-, In-Dach- und Freiflächen-Anlagen, Anlagen größer als 10, 30 bzw. 100 kWp.)
  • Der örtliche Energieversorger kann den Betrieb einer Photovoltaikanlage und die Einspeisung des erzeugten Stroms in sein Netz nur verweigern, wenn die technischen Voraussetzungen nicht gegeben sind. Dieses ist z. B. der Fall, wenn das Netz die erzeugte Leistung aus Kapazitätsgründen nicht aufnehmen kann. Dieses Armutszeugnis wird sich wohl kein Energieversorger ausstellen, solange es sich um kleine Anlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern handelt.
  • Für sogenannte „In-Dach-Anlagen“ (in das Dach integriert, anstatt Dachpfanne) und „Fassaden-Anlagen“ kann es gesonderte Fördermittel geben. Allerdings leidet die Rentabilität solcher Anlagen häufig unter der Aufheizung, da eine Hinterlüftung fehlt. Die Module erzeugen mit zunehmender Temperatur weniger Strom.
  • Zzt. wird an der Kombination von Photovoltaik und Solarthermie geforscht, ein Zweig der Nutzung von Solarenergie, der künftig größere Bedeutung erlangen könnte.


Wann ist der günstigste Investitionszeitpunkt?

Die Antwort auf diese Frage wird beeinflusst durch Ihre aktuelle und künftige Lebenssituation sowie durch ihre baulichen Gegebenheiten. Die Entscheidung können nur Sie selber treffen. Wir können hierzu mit diesen Informationen nur Hilfe geben, bitten aber Folgendes zu beachten:

  • Ziehen sie unbedingt einen oder mehrere Fachleute zu Rate.
  • Sollten die baulichen Gegebenheiten eine Installation auf Ihrem Dach nicht zulassen, können Sie Ihr Ziel auch über die Beteiligung an einer Bürgersolaranlage erreichen, z. B. an der „2. Bürgersolaranlage Hiddenhausen“, oder der dritten, vierten, ... . Völlig unverbindlich können Sie über unsere Homepage mit uns Kontakt aufnehmen.
  • Die Technologie ist ausgereift.
  • Preissenkungen für die Module werden allseits prognostiziert, allerdings sinkt auch die Einspeisevergütung von Jahr zu Jahr.
  • Die Umweltuhr tickt entscheidend.

    Tragen Sie dazu bei, dass sie nicht unaufhörlich weiter tickt.



    Für weitere Fragen stehen wir Ihnen im Rahmen unserer Möglichkeiten gerne zur Verfügung.

    Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns über unsere Homepage www.solar-owl.de auf.
    Da wir uns die Förderung der Solarenergie im Allgemeinen zur Aufgabe gemacht haben und darüber hinaus lediglich ein Zusammenschluss von privaten Solarfreunden und Anlegern in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts mit beschränkter Haftung sind, bitten wir um Ihr Verständnis, dass wir keine Beratungen durchführen und keinerlei Haftung für von uns gemachte Angaben übernehmen können.

    Vielen Dank für Ihr Interesse.

    Mit sonnigen Wünschen für die Zukunft

    1.Bürgersolaranlage Hiddenhausen